Donnerstag, 6. August 2009

Public Enemies


6. August 2009

Gesamteindruck: *** (mittelmäßig)
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Schauspieler: ***
Story: **
Plot: ***
Musik: ******

Wer glaubt, die für Christian Bale neubesetzte Synchronstimme wäre das einzige Ärgernis, der irrt.

Bei diesem Film fehlt das Zusammenspiel nahezu aller wichtigen Faktoren, die einen Film zu einem sehenswerten Ereignis machen. Das beginnt bei der inkonsequent inszenierten Kamera, bis hin zum Sound, der sehr konstruiert und suboptimal abgemischt klingt. Die Kamera erinnert zu Teilen an die billige DV- Kamera, mit der man bei Wackelbildfilmen Atmosphäre schaffen will. Der Unterschied: Bei diesen Filmen wird durch konsequent verwackelte Bilder auch Atmosphäre geschaffen. Hier gelingt das nicht und die unruhige und amateurhafte Kameraführung irritiert und stresst wesentlich mehr, als dass sie Authentizität zu erzeugen vermag. Optisch also schonmal mehr Nix als Etwas…

Der Plot ist… naja, nach einer wahren Begebenheit erzählt. Doch wie sie erzählt ist, grenzt an Langeweile. Schade, dass man dies einem Film, in dem die zwei großen Namen Bale und Depp nebeneinander auftrumpfen, attestieren muss. Der Film überzeugt zumindest was Längen angeht. Die lieblos eingeschobenen, aber nicht unschön inszenierten Banküberfälle (wurde da eigentlich immer das selbe Set bzw. die selbe Bank beraubt?) dienen scheinbar nurmehr daran zu erinnern, dass wir hier keinen Liebesroman, sondern eine Gangstergeschichte erzählt sehen. Schade, denn Gangsterflair kommt eigentlich zu keinem anderen Moment in diesem Film auf. Auch die Liebesgeschichte bleibt zweidimensional und belanglos. Gabs alles schonmal wurde in nahezu identischer weise erzählt, muss man also nicht in noch einem Aufguss serviert bekommen.

Insgesamt bleibt die story hinter den Erwartungen zurück, die man an einen solchen Film doch durchaus hätte haben können. Sie ist einfach nur belanglos. Es werden keine Identifikationsfiguren geschaffen, was den Film so unglaublich emotionslos gestaltet, dass man glatt Kacheln sehen könnte. Am Ende kann man sich weder mit Agent Purvis freuen, noch um Johnny Dillinger trauern. Sie sind einfach austauschbare Figuren in einem x- beliebigen Räuber und Gendarme Spiel geblieben. Farblos, emotionslos, egal. So kann die story nicht funktionieren. Der Inhalt bleibt belanglos, nichteinmal durch subtile Einschübe werden Tiefen aufgezeigt, die zum Beispiel zeigen würden warum Dillinger nahezu Volksheldstatus innehatte und welche Rolle er denn eigentlich in der großen Depression gespielt hat. Das alles bleibt einfach weg, als hätte es nie dazugehört. Stattdessen Belanglosigkeiten - man kann es nicht oft genug wiederholen. Man könnte meinen er war ein kleinkrimineller Bankräuber, der sich gerne mal mit läpprigen 50.000 Dollar zufrieden gibt.

Schauspielerisch hat sich auch der sonst hoch gelobte Depp nicht mit Ruhm bekleckern können. Er spielt souverän, aber das sollte die Mindestanforderung an einen Schauspieler sein. Bale hingegen verblasst zu einem hölzernen Abziehbild, dessen einzig emotionale Tiefe im Nachwort des Abspanns zu finden ist. Schade, nicht nur die neue Synchronstimme fetzt mal garnicht, sondern auch seine Figur schien einer der lebenden Toten aus Dawn of the Dead zu sein. Von Tiefe und Charakter keine Spur.

Einziger Lichtblick: Special Agent Winstedt. Der hatte zwar nur 2 Szenen und drei Sätze, war aber 4 mal besser als der Rest der Cast. Auch einige Bankraube und Actionszenen sind geschickt inszeniert und hübsch bebildert. Das hätte man aber gut und gerne innerhalb einer Stunde abhandeln können, nicht in 2,5! In Erinerung bleiben die Fluchten, der Besuch bei der eigenen Spezialeinheit und das stark inszenierte Finale. Den Rest hätte man sich leider schenken können.

Insgesamt ein eher enttäuschender Film, der zwar seine Momente hat, aber hinter allen Erwartungen zurückbleibt.

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