28. August 2009Gesamteindruck: * (unterirdisch)
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Schauspieler: **
Story: *
Plot: *
Musik: *
Der Teil Kachelwand beim Spülkasten im ersten Klo im Neubrandenburger Cinestar zählt 48 Kacheln.
Ja, es geht tatsächlich noch schlechter als “Transformers” und “Liebling, ich bin Profikiller”, oder wie der Scheiß damals hieß. Und die Auszeichnung als erster 1- Sterne Film wird keinem geringeren verliehen als Horst Schlämmer, dieser völlig unkomischen Kunstfigur des wesentlich talentierteren Hape Kerkeling. Es war so schlimm, dass man zwischendurch gut und gerne ne halbe Stunde hätte schlafen können, ohne befürchten zu müssen auch nur einen Funken gehaltvollen Inhalts verpassen zu müssen. Oder anders gesagt: In gefühlten 4 Stunden versteht es ein schnodderhochziehender Horst Schlämmer mit nichts als Belanglosigkeiten zu langweilen, wie kaum ein Zweiter. Was wollte Hape Kerkeling mit diesem Film eigentlich aussagen? Wie völlig überflüssig eine Figur wie Horst Schlämmer in Deutschlands Medienlandschaft ist?
Was wollte dieser Film bewirken? Aufdecken wie etwa ein Borat? Schockieren über die Missstände in der deutschen Politik? Einfach nur lustig sein? Ich bin mir sicher, dass dies eine der Intentionen gewesen sein muss. Ansonsten würde der überaus Ungelungene Mix aus inszenierten Szenen und z.T. dokumentarischen Episoden an einigen Stellen nicht so gewollt (und nicht gekonnt) ernst rüberkommen. Da sind zum Beispiel die Interviews mit den Politikern. Hier hätte man mit Sicherheit die deutsche Politiklandschaft als inhaltliche Wüste demontieren können. Doch was macht Horst? Er schnoddert sich durch ein peinliches Interview, witzelt mit billigem Wortwitz über Namen und Rückenbeschwerden verzweifelt auf der Suche nach dem nächsten “superlustigen” schlämmer`schen Fettnäpfchen. Wo bleibt die Persiflage? Zweifelsohne kann er keinem Politiker zu keiner Zeit gefährlich werden. Und keiner lässt sich von soviel Stumpfsinn einen verbalen Ausrutscher entlocken. Sowohl Hape Kerkeling als auch die Politiker spielen ihre Rolle perfekt.
Es ist schade, dass ein so wichtiges und vor allem interessantes Thema so stümperhaft und oberflächlich abgehobelt wird und mit billigem Wortwitz, statt mit intelligentem Humor und spitzfindigen Details zu überzeugen versucht. Eine Schande, dass wieder einmal halb Deutschland in so einen Drecksfilm gelockt wird. Ein Drecksfilm ohne Aussage freilich? Denn was bleibt am Ende, wenn Horst dann endlich verloren hat? Nichts? Weder irgendeine Information über die Parteienlandschaft in Deutschland, noch irgendein interessanter Fakt über Politik im allgemeinen. Es bleibt nichts, ausser dem fahlen Nachgeschmack, dass man inhaltlosen Klamauk dann auch noch ohne nennenswerte Lacher inszeniert.
Zusatz: Nach dem Lesen einiger anderer Kritiken muss ich noch einmal Anlauf nehmen… Wo ist denn der Film bitte “entlarvend” und wann wird in seinen austauschbaren non-sense Interviews die Politik als unfähig charakterisiert? Als er seinen Eimer Kartoffelsalat rausholt? Als er über die bequemen Sessel in Rüttgers Büro philosophiert? Es hätte ja vielleicht noch ansatzweise spannend werden können, wenn die HSP (Horst Schlämmer Partei) eine wirkliche politische Alternative aufgezeigt hätte. Aber nichts von alledem. Der Dokumentarfilmcharakter wird nur durch die Kameraeinstellung erzeugt, alles andere ist Schrott und inszeniertes Abfeiern einer überflüssigen Kunstfigur. In den improvisierten Szenen lässt sich wohl keiner in der scheinbar recht kurzen Drehzeit verarschen, die inszenierten Szenen wirken in jeglicher Hinsicht amateurhaft und verzweifelt.
Überflüssig, überflüssig, überflüssig…
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