Donnerstag, 27. August 2009

Beim Leben meiner Schwester

27. August 2009

Gesamteindruck: **** (gut)
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Schauspieler: *****
Story: *****
Plot: *****
Musik: ******

Ein unglaublich interessanter Grundkonflikt, der uns die Vorstellungen von Werten und Moral noch einmal aus anderer Perspektive überdenken lässt. Das eine Mädchen ist zum Sterben verurteilt, das andere wurde prinzipiell nur gezeugt und “gezüchtet” um dem kranken Mädchen noch ein paar Tage mehr auf Erden schenken zu können. Und dann will das Ersatzteillager plötzlich nichtmehr spenden, weil sie cheerleaden, Fussballspielen und auf Parties gehen will? Die Überlegung bringt die eigenen Vorstellungen von Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein gehörig ins Schwanken, denn ist es tatsächlich geschriebenes Gesetz, dass ein Familienangehöriger spenden muss, wenn es seine Gesundheit damit auch entscheidend beeinträchtigt? Und wir reden in diesem Fall nicht von ein bisschen Blut hier und ne Niere dort? Nein, wir reden von mehreren schwerwiegenden Eingriffen, Stammzellenverpflanzung, Organspende und vielem mehr? Doch kann man als Teil dieser Familie das verwehren? Der ursprüngliche Plot kippt dann gegen Ende doch nocheinmal und alles kommt dann doch ganz anders als erwartet.

Leider geht der Film etwas zu oberflächlich mit dieser Frage um, er beleuchtet den Grundkonflikt zu wenig, zwigt zu wenig seiner emotionalen Tragweite. Dennoch schafft er es den Zuschauer zu berühren, ja zu Tränen zu rühren. Die Charaktere wirken glaubhaft, auch wenn ihr handeln nicht immer rational ist. Aber welches 15 bzw. 12 jährige Mädchen handelt schon rational im Angesicht des Todes. Welche Mutter, welcher Vater würde rational handeln?

Doch der Film zeigt viel mehr, er geht auch darauf ein, wie sich die Familie verändert, wenn sich der Tod im Haus einquartiert? Da ist der Sohn, der irgendwie ganz hinten ansteht, desen Fehlen über nacht nichteinmal bemerkt wird, wenn sich alles um die Tochter im Krankenhaus dreht. Der Sohn, der sein Schicksal allerdings erträgt, der familie zu Liebe. Leider wird auch dies nur schemenhaft angedeutet.

Doch das script schafft es den Zuschauer zum Denken zu animieren, nicht alles herauszuposaunen, sondern stattdessen lieber subil darauf hinzuweisen.

Insgesamt ein sehr interessanter und natürlich vor allem emotionaler Film.

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