11. Juli 2009Gesamteindruck: ****** (überragend)
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Schauspieler: *******
Story: ******
Plot: *****
Musik: ******
Wichtigste Info gleich vorweg: Bitte den Film NUR im Original mit Untertiteln schauen. Es geht bei der Synchro soooo viel verloren. Brüno als Österreicher spricht tatsächlich auch Deutsch und der deutsche Akzent im Englischen ist einfach grandios. Ganz nebenbei gehen auch viele Wortwitze verloren. Das gesprochene Englisch ist nebenbei durch den deutschen Akzent tatsächlich auch für jeden Schüler verständlich, denn Brüno spricht 11. Klasse Schul- Englisch…
Sacha Baron Cohen ist ein begnadeter Schauspieler. Soviel vorweg. Allein schon deshalb sind seine Filme sehenswert. Doch nicht nur das, denn auch seine Charaktere bilden mehr als den üblichen Klischeematsch ab. Zwar geizt Bruno nicht mit Klischees, aber dennoch bleibt der Charakter authentisch und wirkt nicht austauschbar. Diesen Verdienst kann man Cohen allein zuschreiben. Und ganz nebenbei ist er unglaublich talentiert. So, genug geschwült, zur Sache:
Der Film lebt, ähnlich wie Borat, von der Kontroverse, von der Bloßstellung gesellschaftlicher Beziehungsgefüge, von der Aufdeckung der Hässlichkeit hinter geplotteter Fassade. Auch wenn es Brüno nicht schafft ähnlich subtil und tatsächlich entblößend daherzukommen wie Borat seinerzeit gibt es Szenen, die mit unglaublicher Intensität eben jene Hässlichkeit der Menschheit vor Augen führen. Andere wiederum wirken zu inszeniert und bider. So würde wohl jeder Mensch ein Interview beenden, sobald sich der Interviewer beginnt bei Kerzenschein und in Lack gekleidet sich von eben jenen wenigen Kleidunsstücken zu trennen mit der offensichtlichen Attitüde irgendetwas bescheuertes bewirken zu wollen. Das hat herzlich wenig mit Homophobie als vielmehr mit gutem Geschmack zu tun. Diese Grenze scheint in Brüno etwas zu verwischen. Auch wirken die “Schockmomente” ein wenig erzwungen. Das hat bei Borat auch ein wenig besser funktioniert. Allerdings ist ein Leben nach Borat auch mit einer schweren Bürde verbunden, weshalb der Vergleich doch etwas hinkt. Daneben gibt es allerdings wahre Geniestreiche, nämlich immer dann wenn sich Brüno Mühe gibt nicht allzu offensiv provokativ wirken zu müssen. Da gibt es die Szenen bei den Babycastings, in der Talkshow und viele andere, in denen die Stärke des Filmprojekts zu Tage tritt… Hierbei drängt sich dann allerdings die Frage auf: Ist die Intention des Filmes die selbe wie bei Borat? Möchte Brüno demaskieren? Oder ist er vielmehr eine Homage an die aktuelle Popkultur und demnach doch viel eigenständiger als ein reiner Borat- Part II?
Insgesamt gibt es auch bei Brüno wieder den ein oder anderen Augen- und Hirnöffner, verpackt in (leider etwas zu sehr) leicht verdauliche Komik. Absolut sehenswert bleibt der Film alleine deshalb, weil er nicht des Selbstzwecks halber komisch ist, sondern inhaltlich eine tiefere Botschaft transportiert. Insgesamt vielleicht ein bisschen zu “abgespaced”, aber dennoch ein Meisterwerk unter all dem Müll, der ständig auf den Leinwänden flimmert!
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