Samstag, 7. März 2009

Watchmen

7. März 2009

Gesamteindruck: *** (mittelmäßig)
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Schauspieler: ****
Story: ***
Plot: ***
Musik: ***(*)

Also visionär war der Film zumindest nicht. Dafür aber viel zu lang. Eine Spieldauer von über 2 Stunden, die durch nichts gerechtfertigt wird, ist schon ein Kunststück. Waren die Längen in King Kong noch hübsch anzusehen, fehlt es diesem Film sogar an visuellen Anreizen. Man könnte der Meinung sein somit bleibt wenigstens mehr Zeit für die Charaktere. Weit gefehlt. Sie bleiben die kompletten 2 Stunden platt, blaß, einfallslos, klischeehaft, blöd, … (man füge dieser Liste nach belieben weitere “treffende” Adjektive hinzu).

Sicher, da wird schonmal 20 Minuten lang die Leidensgeschichte dieses wandelnden Solariums, das scheinbar tatsächlich Krebs zu verursachen scheint, breitgetreten und trotzdem geht einem der Charakter sowas von am Arsch vorbei, dass man sich fragt, ob man das ganze nicht auch hätte abkürzen können. Und da diese Folter nicht die Einzige ist bleibt am Ende ein fahler Nachgeschmack, als hätte man den “relevanten” Inhalt des Films auf ne knappe viertel Stunden zusammenstauchen können. Die 9,20€, die der Film dank dieser Überlange kostet, ist er nicht wert.

Mag der Comic auch von der Fangemeinde als “heilig” angesehen sein, als unbedarften Zuschauer des Geschehens ist es eine ziemlich stümperhaft zusammengemeißelte Aneinanderreihung von Episoden, deren Inhalt leider, trotz des realen Bezugs zum kalten Krieg, extrem belanglos bleibt. Was im Comic vielleicht wirklich kommuniziert wird - eine kaputte Gesellschaft, Superhelden die Instrumentalisiert werden und dennoch nichts anderes als misanthrope Blender, Schläger, Psychopathen sind - bleibt hier nur angedeutet und für den uneingeweihten Betrachter völlig unklar.

Irgendwie weiß ich noch immer nicht, was mir dieser Film eigentlich sagen wollte. Er fügt einfach nichts hinzu. Beispiel Kalter Krieg: Scheint eh nur einen Schatten über das Ganze werfen zu können, wirklich bedrohlich ist die Situation in keinem Moment. Die Szenen in denen eine wirkliche Bedrohung angedeutet werden, stehen doch ziemlich leblos und unwirklich im Raum.

Beispiel Menschenbild: Der Mensch ist schlecht. Wow, was für eine Erkenntnis! Und kommt da noch was? Nein, der Film fügt dem einfach nichts hinzu. Dass am Ende irgendwie doch nicht so recht klar ist, wer denn jetzte der wirklich Böse ist, ist auch nicht mehr befriedigend.

Beispiel Superhelden: Okay, maskierte Rächer, berufen durch sich selbst oder instrumentalisiert durch Politiker sind also auch nur “Arschlöcher”. Super, und? Die Demontage des Superhelden- Mythos geht mir einfach nicht weit genug. Schlussendlich verbleiben die Charaktere ja am Ende doch diejenigen, die irgendwas irgendwie retten wollen. Dass sie da nicht unbedingt die strahlenden Vorbilder sind, die sie sein wollen (bzw. die uns die Superhelden- Armada um Batmna, Spiderman und Co. weiß machen will) gerät irgendwie zu wenig in den Fokus der Geschichte. Der Fanboy wird das sicher anders sehen. Für den wird der Film allerdings auch insgesamt eine Bereicherung seines Lebens darstellen. Für mich nunmal nicht.

Und so geht es immer weiter. Ein bisschen Sex, ein bisschen Psychologie für Arme, pseudophilosophisches Geplapper vom “blauen” Gott, der sowas von fehl am Platze wirkt, dass man den Kinosaal verlassen möchte. Aber so jemanden braucht ein Film wie dieser. “Allmächtig” ist sein Stichwort, und schwupps, siehe da - schon muss man nichts mehr erklären, es gibt ja den blauen Riese - der irgendwie der blue man group entsprungen zu sein scheint. Und irgendwie ist er doch auch der große Fremdkörper des Ganzen. Erzählt die ganze Zeit esotherischen Mist und hat eigentlich keine Aufgabe in dem Ganzen (ausser mal kurz die Welt retten). Er wird die ganze Zeit nur mit seinem schwingenden Schniedel eingeführt, damit man ihm am Ende diese Superwaffe in die Schuhe schieben kann. Achja, und Gott spielen darf er auch. Aber was soll er da? Er ist der einzige mit Superkräften… Nicht grad das, was man benötigt um mit den Superhelden abzurechnen, oder? Und welche Motivation hat er? Irgendeine kosmische, die weder er noch irgendein Mensch verstehen kann. Aha…

Der Rest der Charaktere ist flach und bleibt in jeder Szene sowohl eindimensional, als auch vorhersehbar.

Es gibt schon den einen oder anderen netten Satz, oder auch mal einige schöne Bilder, die tiefere Interpretationen zulassen, aber im Chaos des Ganzen verblassen die wirklich wichtigen Handlungen schnell zu Nebenschauplätzen.

Kurz: Viel Rauch um Nichts, bzw. nicht viel. Nach einem guten Einstieg eine schwache und gezwungen wirkende, mittelmäßige Leistung. Ein bisschen Gewalt, ein bisschen CGI- Gespiele und platte Charaktere. Nichtmal gut genug für Popcorn-Kino, das man ZUMINDEST hätte erwarten können.

Der Soundtrack ist nice, passt aber imo nicht zum Gezeigten und ist nichts “Eigenes”, viel eher eine best of CD für trashige Autofahrten. Gut bleibt er dennoch auf seine eigene Art und Weise.

Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr auf solche Filme!

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