26. Februar 20097-Sterne-Skala:
Gesamteindruck: ******* (Weltklasse)
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Schauspieler: *******
Story: *******
Plot: ******
Musik: ******
“Das hier ist meine Welt, ich muss da raus!”
Randy “the Ram” trifft mit voller Wucht die Punktevergabe des Cinetologen. Volle Punktzahl. Wer hätte gedacht, dass ein Film über einen abgehalfterten Wrestler in die Hall of Fame einziehen könnte? Gräbt man tief genug wird der geneigte Cinetologe auch hier Schwächen entdecken können, aber um die Leistung des Films nicht zu schmälern möchte ich den Ausflug in die Tiefe sparen.
Die Rolle des Randy lebt zweifelsfrei von den Parallelen zu Schauspieler Mickey Rourke, der hier ein unvergleichbare schauspielerische Meisterleistung darbietet. So intensive und trotz all der Offensichtlichkeiten in vielen Teilen nur in Nuancen angedeuteten Einblicke in seine Seele wären mit Sicherheit einen Oscar wert gewesen.
Die story an sich mag banal erscheinen: Ein ehemaliger Wrestling-Star kämpft mit den Folgen der “Selbstzerstörung”, zerbricht innerlich in der Gesellschaft und kann neben vielen persönlichen Krisen seinen Ausstieg aus dem Geschäft nicht ertragen. Doch die Erzählweise lässt diese Geschichte lebendig werden. Ganz geschickt und sensibel wird der Charakter auf seine kurze Reise geschickt, geprägt von Schmerz, der Sucht nach Ruhm und dem alltäglichen Leben eines Losers. Die Moderne ist nicht freundlich zu Leuten wie ihm. Diese Konsequenz wird in vielen Szenen sehr viel tiefgründiger, als sie auf den ersten Blick erscheinen, dargestellt. Da ist zum Beispiel der Junge, der lieber Call of Duty 4 spielt als das gute alte Wrestling- Spiel auf dem Nintendo, für das “the Ram” Pate stand. Doch Randy reagiert nicht auf übliche Art und Weise, nein, er nimmt es hin, doch seine Augen sagen mehr als es seine einfachen Worte je könnten. Randy ist bis zu einem gewissen Punkt sympathisch. Er ist ein Dinosaurier in der gnadenlosen Neuzeit. Und er liebt die Show. Und auch wenn der Film auf die üblichen Wrestle-Voyer- Einlagen verzichtet, sehen wir in sehr eindrucksvollen Bildern, dass Randy SHOW ist. Er macht sie nicht, sondern er lebt sie. Das ist seine Welt. Gleichsam wird mit einigen Klischees aus der Wrestling- Welt aufgeräumt. Dabei versteht sich der Film viel mehr als Menschenstudie, weniger als Wrestling- Film.
Die Erzählweise erinnert an Tolkien. Dieser verstand es auch das Tempo gezielt einzusetzen. In ruhigen Szenen nimmt sich der Film die nötige Zeit um die tiefe Intention des gezeigten wirken zu lassen. Hier scheint jedes Bild entsprechend beabsichtigt zu sein. An anderen Stellen wiederum wird wesentlich mehr mit Schnitten und Tempo gearbeitet. So befindet sich der Zuschauer auf einer Achterbahnfahrt. Im einen Moment bekommt er die Abfahrt zu spüren, im Nächsten hat er eine Pause um kräftig durchzuatmen. Langweilig wird der Film dabei zu keiner Zeit.
Als er schließlich von seiner Tochter zurückgewiesen wird, beginnt auch der völlige Abstieg unseres Protagonisten. Sowohl diese Szene als auch alle Folgenden zeigen mit gnadenloser Brachialität in was für einem Sog des Verderbens er sich befindet.
“Wenn man eine Kerze an beiden Enden anzündet, muss man den Preis dafür bezahlen!” Das wusste Randy und so endet der Film so wie er enden musste.
Einen Extrapunkt gibt es für das beste Filmplakat des angefangenen Cinetologischen Kalenderjahres.
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